Mixed-Media-Kunst: Warum die Haptik eines Originals im Raum zählt

Andreas Bünter // 21/09/2026  

Ein Original wird nicht nur durch seine Farben und Formen wahrgenommen. Seine Oberfläche reagiert auf Licht, Distanz und Blickwinkel. Mixed-Media-Kunst verbindet verschiedene Materialien und Techniken, sodass eine sicht- und fühlbare Tiefe entsteht, die sich auf einem Bildschirm nur teilweise vermitteln lässt.

Auf dem Foto wirkt das Bild ruhig. Im Original geschieht mehr.

Sie betrachten ein Kunstwerk auf einer Website.

Zu sehen sind helle Flächen, feine Linien und einige dunklere Spuren. Die Komposition wirkt zurückhaltend und klar.

Im Original verändert sich der Eindruck.

Seitliches Licht trifft auf kleine Erhebungen. Dünne Farbschichten lassen darunterliegende Bereiche erkennen. Eine gespachtelte Kante wirft einen feinen Schatten. Papier oder mineralische Materialien bleiben als Spur sichtbar.

Das Werk ist nicht mehr nur eine zweidimensionale Abbildung.

Es besitzt eine Oberfläche.

Diese Materialität kann besonders in ruhigen Interieurs eine wichtige Rolle übernehmen. Sie bringt Tiefe in den Raum, ohne eine laute Farbe oder ein gegenständliches Motiv zu benötigen.

Was bedeutet Mixed Media?

Mixed Media bedeutet, dass in einem Kunstwerk mehrere Materialien oder Techniken verbunden werden.

Dazu können beispielsweise gehören:

  • Acrylfarbe;
  • Ölfarbe;
  • Kreide;
  • Marmormehl;
  • Sand;
  • Papier;
  • Collagefragmente;
  • Lasuren;
  • gespachtelte Strukturen;
  • gezeichnete Linien.

Das Material wird nicht eingesetzt, um möglichst viele Techniken zu zeigen.

Es soll die Bildwirkung unterstützen.

Auch Tate beschreibt Materialien über ihre unterschiedlichen Eigenschaften: glatt oder rau, hart oder weich, schwer oder leicht. Solche Unterschiede beeinflussen, wie eine Oberfläche wahrgenommen wird.

Was bedeutet Haptik?

Haptik bezeichnet die fühlbare Beschaffenheit einer Oberfläche.

Bei Kunstwerken wird der Begriff häufig auch für die sichtbare Materialwirkung verwendet. Selbst wenn ein Bild nicht berührt werden darf, können Sie eine raue, glatte, geschichtete oder erodierte Oberfläche optisch wahrnehmen.

Haptik entsteht beispielsweise durch:

  • unterschiedlich dicke Farbschichten;
  • sichtbare Spachtelbewegungen;
  • eingearbeitete Materialien;
  • überlagerte Papiere;
  • teilweise abgetragene Bereiche;
  • matte und leicht glänzende Übergänge.

Warum Materialität in einem Interior wichtig ist

Sie reagiert auf das Licht

Eine glatte Druckoberfläche bleibt unter wechselndem Licht relativ konstant.

Ein strukturiertes Original verändert sich stärker. Kleine Schatten und Erhebungen werden je nach Tageszeit unterschiedlich sichtbar.

Sie schafft einen Gegenpol

Moderne Räume enthalten häufig industriell gefertigte Oberflächen:

  • Glas;
  • Metall;
  • lackierte Möbel;
  • glatte Wandflächen;
  • technische Bildschirme.

Ein handgearbeitetes Original kann dazu einen ruhigen materiellen Kontrast bilden.

Sie vermittelt Entstehung

Schichten, Spuren und Kanten machen sichtbar, dass das Werk nicht aus einem einzigen digitalen Vorgang entstanden ist.

Es besitzt eine nachvollziehbare Bearbeitung.

Sie erzeugt Tiefe ohne laute Farbe

Ein Raum braucht nicht immer ein kräftiges Rot oder Blau, um Spannung zu erhalten.

Materialität kann diese Aufgabe auf subtilere Weise übernehmen.

Struktur braucht ruhige Flächen

Mehr Struktur ist nicht automatisch besser.

Wenn jede Fläche eines Bildes stark bearbeitet ist, kann das Werk unruhig wirken. Das Auge findet keinen Bereich, in dem es sich erholen kann.

Eine ausgewogene Mixed-Media-Komposition verbindet deshalb aktive und ruhige Zonen.

Beispielsweise:

  • eine konzentrierte Materialfläche;
  • eine teilweise verdeckte Linie;
  • eine erodierte Kante;
  • grosse, ruhig lasierte Bereiche;
  • ein einzelner dunkler Schwerpunkt.

Lasieren bedeutet, eine dünne, durchscheinende Farbschicht aufzutragen. Darunterliegende Farben und Strukturen bleiben teilweise sichtbar.

Eine typische Projektsituation

Ein Empfangsbereich ist mit hellem Naturstein, einer weissen Wand und einem Sideboard aus dunklem Holz gestaltet.

Die Farbwelt ist bewusst reduziert.

Ein farbintensives Bild würde den ruhigen Charakter stark verändern. Eine völlig glatte, helle Arbeit könnte dagegen zu wenig Präsenz besitzen.

Ein Mixed-Media-Original in warmen Weiss-, Stein- und Erdtönen kann eine andere Art von Schwerpunkt setzen.

Die Farbe bleibt ruhig. Sichtbare Schichtungen, mineralische Spuren und feine Linien geben der Wand dennoch Tiefe.

Am Morgen betont das seitliche Tageslicht die Oberfläche. Am Abend wirkt das Werk unter der gerichteten Beleuchtung etwas konzentrierter.

Die Veränderung entsteht nicht durch ein wechselndes Motiv, sondern durch das Zusammenspiel von Material und Licht.

So beurteilen Sie ein Mixed-Media-Original

1. Betrachten Sie das Werk aus Distanz

Funktioniert die Gesamtkomposition auch aus mehreren Metern Entfernung?

2. Gehen Sie näher heran

Welche Materialien und Schichten werden sichtbar?

3. Wechseln Sie den Blickwinkel

Verändert seitliches Licht die Oberfläche?

4. Prüfen Sie aktive und ruhige Bereiche

Ist die Struktur gezielt eingesetzt oder gleichmässig verteilt?

5. Vergleichen Sie das Werk mit den Raumoberflächen

Braucht der Raum mehr Textur oder bereits mehr Ruhe?

6. Betrachten Sie die Kanten

Bei einem Original ist auch der Übergang von Bildfläche, Leinwand und Rahmen relevant.

7. Lassen Sie sich die Materialien erklären

Eine kurze, verständliche Materialbeschreibung ist hilfreicher als eine lange technische Liste.

Die Arbeitsweise von Bunter Fine Art

Bei Quiet Earth entstehen die Oberflächen in mehreren Schichten.

Zum Einsatz kommen unter anderem Farbaufträge, selbst entwickelte Strukturmischungen, Marmormehl, Kreide, Sand, Papierfragmente und transparente Lasuren.

Die aktuelle Website gibt einen Einblick in diese Arbeitsweise und die vorbereitenden Kompositions- und Materialstudien.

Die Haptik bleibt dabei dem Original vorbehalten.

Eine Fotografie kann die Struktur sichtbar machen. Sie kann ihre reale Tiefe jedoch nicht vollständig ersetzen.

Wenn zusätzlich eine funktionale Anwendung benötigt wird

Ein Mixed-Media-Original ist keine technische Akustiklösung.

Besteht in einem Raum zusätzlich ein akustischer Bedarf, kann eine geeignete Bildwelt über Resone Acoustic als textile Acoustic Edition umgesetzt werden. Dabei wird die visuelle Wirkung des Originals auf ein bedrucktes Textil übertragen.

Die reale Haptik und das Unikat bleiben beim Original. Die technische Funktion gehört zum qualifizierten Akustiksystem von Resone.

Fazit

Die Wirkung eines Originals entsteht nicht nur durch Farbe und Motiv.

Oberfläche, Licht, Material und sichtbare Arbeitsspuren tragen dazu bei, wie ein Werk im Raum wahrgenommen wird.

Gerade in reduzierten Interieurs kann Haptik Tiefe schaffen, ohne den Raum zu überladen.

Originale im Atelier betrachten

Im Atelier in Ennetbaden können Sie Materialstudien und entstehende Arbeiten aus Quiet Earth aus der Nähe betrachten.

Bei einem vereinbarten Termin lassen sich Oberfläche, Farbwirkung und mögliche Anwendungen für Ihr Projekt gemeinsam prüfen.