Mehrere Räume eines Unternehmens oder einer Wohnung sollten eine erkennbare Beziehung besitzen, ohne überall gleich auszusehen. Eine kuratierte Bildwelt kann Empfang, Besprechungsraum, Korridor und Arbeitsbereich gestalterisch verbinden. Entscheidend sind gemeinsame Farben, Materialspuren und eine klare Rangordnung.
Wenn jeder Raum für sich stimmt, aber das Ganze zufällig wirkt
Der Empfang ist hochwertig eingerichtet.
Im Besprechungsraum wurden ebenfalls passende Möbel und Materialien gewählt. Auch der Korridor und das Büro der Geschäftsleitung wirken sorgfältig gestaltet.
Trotzdem entsteht beim Wechsel zwischen den Räumen kein zusammenhängender Eindruck.
Im Empfang hängt ein farbintensives Einzelwerk. Im Besprechungsraum befinden sich drei ruhige Bilder aus einer anderen Quelle. Im Korridor wurde später eine weitere Arbeit ergänzt.
Jedes Werk kann für sich gefallen.
Gemeinsam erzählen sie jedoch keine erkennbare Geschichte.
Dieses Problem tritt häufig auf, wenn Kunst raumweise und zu unterschiedlichen Zeitpunkten ausgewählt wird.
Zusammenhängend bedeutet nicht identisch
Eine gemeinsame Bildwelt verlangt nicht, dass überall dieselben Werke hängen.
Auch die Farbpalette muss nicht in jedem Raum exakt wiederholt werden.
Die Verbindung kann subtiler entstehen durch:
- verwandte Farbtöne;
- wiederkehrende Linien;
- ähnliche Materialspuren;
- eine gemeinsame Kompositionshaltung;
- abgestimmte Formate;
- eine nachvollziehbare Herkunft;
- eine klare Aufteilung zwischen ruhigen und stärkeren Arbeiten.
Einfach gesagt:
Die Räume dürfen unterschiedliche Kapitel sein. Sie sollten aber zum selben Buch gehören.
Welche Rolle übernimmt welcher Raum?
Nicht jeder Raum braucht dieselbe Intensität.
Empfang
Der Empfang prägt den ersten Eindruck. Hier kann ein eigenständiges Original einen klaren Mittelpunkt schaffen.
Besprechungsraum
In einem Besprechungsraum soll die Kunst häufig ruhiger wirken. Ein Diptychon oder Triptychon kann eine breite Wand ordnen.
Korridor
Ein Korridor braucht Rhythmus und Blickführung. Mehrere kleinere, verwandte Arbeiten können eine Bewegung durch den Raum erzeugen.
Büro oder Beratungsraum
Hier kann eine konzentrierte Einzelarbeit sinnvoll sein. Sie sollte präsent sein, ohne ständig Aufmerksamkeit zu fordern.
Aufenthaltsbereich
Dieser Raum darf häufig etwas wärmer oder informeller wirken als der repräsentative Empfang.
Gemeinsame Herkunft schafft Identität
Eine zusammenhängende Kollektion kann einem Projekt eine stärkere Identität geben als mehrere unabhängige Kunstkäufe.
Das gilt besonders, wenn die Werke:
- aus derselben Materialwelt stammen;
- eine nachvollziehbare Entstehung besitzen;
- aufeinander abgestimmt wurden;
- aus demselben Atelier kommen;
- als Einzelwerk und Gruppe geplant sind.
Der WELL-Standard nennt lokale Kunst und Bezüge zur Geschichte oder Kultur eines Ortes als mögliche Elemente einer bewusst gestalteten Umgebung.
Dabei muss Herkunft nicht plakativ gezeigt werden.
Eine regionale Verbindung kann über Materialien, Linien, Farben oder historische Spuren entstehen.
Eine typische Projektsituation
Ein Beratungsunternehmen gestaltet Empfang, Besprechungsraum und einen verbindenden Korridor neu.
Im Empfang befindet sich eine grosszügige Wand über einem Sideboard. Der Besprechungsraum besitzt eine lange, helle Stirnwand. Der Korridor ist schmal und wird aus verschiedenen Richtungen wahrgenommen.
Eine mögliche Bildplanung sieht so aus:
- Im Empfang hängt ein eigenständiges Mixed-Media-Original mit einem stärkeren Materialschwerpunkt.
- Im Besprechungsraum erscheint ein ruhigeres Triptychon aus derselben Farbwelt.
- Im Korridor werden zwei kleinere Arbeiten eingesetzt, die einzelne Linien und Farbtöne weiterführen.
Kein Motiv wird wiederholt.
Trotzdem entsteht eine klare Beziehung. Warme Weiss-, Stein- und Erdtöne verbinden die Räume. Graphitfarbene Linien erscheinen in unterschiedlicher Intensität. Die Materialität bleibt erkennbar, wird aber je nach Raum angepasst.
Die Besucher nehmen nicht unbedingt bewusst wahr, warum die Räume zusammenpassen.
Sie spüren jedoch, dass die Gestaltung nicht zufällig entstanden ist.
So planen Sie Kunst für mehrere Räume
1. Erstellen Sie eine Raumübersicht
Listen Sie alle Bereiche auf, die einbezogen werden sollen.
2. Bestimmen Sie die wichtigsten Räume
Wo entsteht der erste Eindruck? Wo halten sich Kunden am längsten auf? Welche Wand besitzt die stärkste Präsenz?
3. Definieren Sie eine gemeinsame Wirkung
Wählen Sie drei übergeordnete Begriffe, etwa:
- ruhig, präzise, persönlich;
- warm, natürlich, hochwertig;
- klar, zurückhaltend, charaktervoll.
4. Ordnen Sie die Intensität
Nicht jeder Raum braucht ein gleich starkes Werk.
Bestimmen Sie:
- Hauptwerk;
- unterstützende Werkgruppe;
- ruhige Ergänzungen.
5. Entwickeln Sie eine gemeinsame Palette
Legen Sie Grundtöne und mögliche Akzente fest.
6. Variieren Sie die Formate
Einzelwerk, Diptychon und Triptychon können innerhalb derselben Kollektion unterschiedliche Aufgaben übernehmen.
7. Nutzen Sie Raumvisualisierungen
Visualisieren Sie nicht nur jede Wand einzeln. Betrachten Sie auch die Folge der Räume.
8. Dokumentieren Sie die Auswahl
Titel, Format, Position, Verfügbarkeit und Beziehung zur Kollektion sollten nachvollziehbar festgehalten werden.
Quiet Earth als Bildwelt für mehrere Räume
Quiet Earth wird als zusammenhängende Kollektion entwickelt.
Warme Weiss-, Stein-, Sand- und Erdtöne bilden die gemeinsame Grundlage. Materialzonen, feine Linien und ruhige Flächen können je nach Raum unterschiedlich gewichtet werden.
Ein stärkeres Original kann im Empfang eingesetzt werden. Ein ruhigeres Diptychon oder Triptychon kann den Besprechungsraum aufnehmen. Weitere Arbeiten können die Bildsprache in angrenzende Bereiche weiterführen.
Damit entsteht keine Sammlung zufälliger Bilder, sondern eine räumliche Erzählung.
Original im Empfang, funktionale Anwendung im Besprechungsraum
Bei einem zusätzlichen Akustikbedarf kann eine markenübergreifende Anwendung geprüft werden.
Ein Mixed-Media-Original von Bunter Fine Art kann den Empfang prägen. Eine daraus entwickelte textile Acoustic Edition von Resone kann die verwandte Bildwelt in einem Besprechungsraum fortführen.
Die beiden Produkte bleiben klar unterschieden:
- Das Original ist ein handgearbeitetes Unikat.
- Die Acoustic Edition ist eine textile Umsetzung innerhalb eines technischen Systems.
Die Verbindung entsteht über die Bildwelt, nicht über die Behauptung, beide Oberflächen seien identisch.
Fazit
Mehrere Räume brauchen nicht überall dieselbe Kunst.
Sie brauchen eine erkennbare gestalterische Beziehung.
Eine kuratierte Kollektion schafft diese Verbindung durch Farbe, Material, Komposition und Herkunft. So können Empfang, Besprechungsraum und angrenzende Bereiche unterschiedlich wirken und trotzdem als Ganzes wahrgenommen werden.
Bildwelt für mehrere Räume besprechen
Sie planen Kunst für mehrere zusammenhängende Bereiche?
Senden Sie mir eine einfache Raumübersicht, einige Fotos und Angaben zu den wichtigsten Materialien. Gemeinsam können wir eine klare Rangordnung und eine passende Werkgruppe aus Quiet Earth prüfen.
