Kunst für den Besprechungsraum

Andreas Bünter // 12/08/2026  

Ein moderner Besprechungsraum kann hochwertig eingerichtet sein und trotzdem unpersönlich wirken. Glas, Beton, eine weisse Verputzwand und geradlinige Möbel schaffen Klarheit, geben dem Raum aber noch keine eigene Identität. Eine kuratierte Bildwelt kann Materialien, Farben und Architektur miteinander verbinden.

Alles ist eingerichtet. Trotzdem fehlt etwas.

Der Konferenztisch steht an der richtigen Stelle. Die Stühle sind bequem und farblich abgestimmt. Eine Glaswand trennt den Raum vom angrenzenden Büro. Schwarze Metallprofile, eine moderne Leuchte und eine helle Verputzwand ergänzen die Architektur.

Technisch ist ebenfalls alles vorhanden. Bildschirm, Kamera und Beleuchtung sind installiert.

Trotzdem wirkt der Raum nicht vollständig.

Die grosse Wand hinter dem Tisch bleibt leer. Beim Eintreten fehlt ein visueller Mittelpunkt. Der Raum sieht professionell aus, könnte sich aber ebenso in einer anderen Kanzlei, Beratung oder Verwaltung befinden.

Es fehlt nicht zwingend noch ein Möbelstück.

Häufig fehlt eine Bildwelt, die dem Raum Charakter und eine erkennbare Haltung gibt.

Warum klare Architektur allein nicht immer genügt

Glas, Beton, Metall und glatte Möbeloberflächen gehören zu vielen modernen Arbeitsräumen. Diese Materialien wirken präzise, sachlich und hochwertig.

In ihrer Kombination können sie jedoch auch distanziert erscheinen. Eine weisse Wand bringt zwar Ruhe. Ohne einen bewussten Akzent bleibt sie aber eine neutrale Fläche. Ein dunkler Tisch schafft Gewicht, verbindet die übrigen Materialien jedoch nicht automatisch miteinander.

Einfach gesagt:

Die Einrichtung erklärt, wie der Raum genutzt wird. Die Kunst kann mitbestimmen, wie der Raum wahrgenommen wird.

Gerade in einem Besprechungsraum ist das wichtig. Hier werden Kunden empfangen, Projekte vorgestellt und Entscheidungen getroffen. Der Raum vermittelt immer auch einen Eindruck vom Unternehmen.

Kunst ist kein nachträglicher Lückenfüller

Kunst wird in Interior-Projekten häufig erst am Schluss betrachtet.

Zuerst werden Boden, Tisch, Stühle, Leuchten und Technik ausgewählt. Danach fällt auf, dass eine grosse Wand noch leer ist. Nun soll möglichst schnell ein passendes Bild gefunden werden.

Genau an diesem Punkt entstehen viele Kompromisse.

Ein Werk wird ausgewählt, weil seine Farbe ungefähr zu den Stühlen passt. Ein anderes besitzt die richtige Grösse, hat aber keine Beziehung zur Materialwelt. Oder mehrere Bilder gefallen einzeln, wirken gemeinsam jedoch zufällig.

Kunst sollte nicht nur eine freie Wand bedecken. Sie kann einen visuellen Mittelpunkt schaffen, vorhandene Materialien verbinden und dem Raum eine eigene Identität geben.

Auch der WELL-Standard behandelt die bewusste Integration von Kunst und Gestaltung als Bestandteil einer Umgebung, die Komfort, Ortsbezug und eine positive Raumwahrnehmung unterstützen kann.

Welche Farben passen zu einem modernen Besprechungsraum?

Viele aktuelle Arbeitsräume lösen sich von einem ausschliesslich kühlen Grau. Warme Neutralfarben, natürliche Materialien und zurückhaltende Akzente bringen mehr Wohnlichkeit und Ruhe in professionelle Umgebungen.

Steelcase beschreibt warme Weissnuancen, warme Grautöne und weiche Brauntöne als zeitgemässe Grundlage. Dazu kommen gedämpfte Farben, die sich an Stein, Erde, Himmel und Pflanzen orientieren.

Für einen Besprechungsraum können beispielsweise folgende Kombinationen funktionieren:

  • warmes Weiss, Stein und Graphit;
  • Sichtbeton, Salbeigrün und helles Holz;
  • weisser Verputz, Sand und dunkles Braun;
  • schwarzes Metall, Kalkweiss und Terrakotta;
  • Naturstein, gedämpftes Grün und ein kleiner Bronzeakzent.

Die Kunst muss diese Farben nicht exakt wiederholen. Oft genügt es, deren Farbtemperatur aufzunehmen.

Farbtemperatur bedeutet, ob eine Farbe eher warm oder kühl wirkt. Ein warmes Grau besitzt beispielsweise einen leicht braunen oder rötlichen Unterton. Ein kühles Grau wirkt dagegen eher bläulich.

Was eine Bildwelt im Besprechungsraum leisten kann

Einen Mittelpunkt schaffen

Eine klare Bildkomposition gibt dem Auge einen Ort, an dem es ankommen kann. Der Raum wirkt dadurch bewusster gestaltet.

Materialien miteinander verbinden

Handgearbeitete Oberflächen können einen Gegenpol zu Glas, Beton und glatten Tischplatten bilden.

Die Haptik, also die fühlbare Oberfläche eines Originals, bringt eine Ebene in den Raum, die industriell gefertigte Materialien allein nicht erzeugen.

Unternehmenshaltung sichtbar machen

Ein Unternehmen muss seine Werte nicht mit einem grossen Logo an die Wand schreiben.

Eine zurückhaltende Bildwelt kann Präzision, Ruhe, Offenheit oder Beständigkeit vermitteln. Wichtig ist, dass die Kunst zum Raum und zum Unternehmen passt, ohne zu einer Werbefläche zu werden.

Den Raum persönlicher machen

Hochwertige Möbel lassen sich bestellen. Eine bewusst ausgewählte Kunstposition zeigt dagegen, dass sich jemand mit der Wirkung des Raums auseinandergesetzt hat.

Eine typische Projektsituation

Stellen Sie sich den Besprechungsraum eines Beratungsunternehmens vor.

Eine raumhohe Glaswand öffnet den Blick zum Büro. Der Tisch besitzt eine dunkle, matte Oberfläche. Die Stühle sind mit einem gedämpften salbeigrünen Stoff bezogen. Schwarze Profile und eine lineare Pendelleuchte geben dem Raum eine klare Ordnung.

An der Stirnwand befindet sich weisser mineralischer Verputz.

Alle Elemente sind hochwertig. Trotzdem wirkt diese Wand leer und etwas kühl.

Ein sehr buntes Bild würde zu stark mit den Stühlen und der Architektur konkurrieren. Drei unabhängig ausgewählte Arbeiten könnten den Raum unruhig machen.

Eine mögliche Lösung wäre ein ruhiges Triptychon, also eine Gruppe aus drei zusammengehörigen Werken.

Warme Weiss- und Steintöne nehmen die Wand auf. Ein gedämpftes Grün schafft eine Verbindung zu den Stühlen. Feine graphitfarbene Linien reagieren auf die Metallprofile. Strukturierte Flächen bringen Tiefe, während grössere ruhige Bereiche die Klarheit des Raums erhalten.

Die Wand ist danach nicht einfach gefüllt. Sie wird Teil des gesamten Raumkonzepts.

Dieses Beispiel beschreibt eine typische Anwendung und kein abgeschlossenes Kundenprojekt.

So wählen Sie Kunst für einen Besprechungsraum aus

1. Beschreiben Sie die gewünschte Wirkung

Verwenden Sie drei Begriffe, beispielsweise:

  • ruhig, souverän, hochwertig;
  • modern, warm, präzise;
  • klar, vertrauenswürdig, persönlich.

Diese Begriffe sind hilfreicher als die allgemeine Vorgabe «etwas Modernes».

2. Erfassen Sie die prägenden Materialien

Betrachten Sie:

  • Wandoberfläche;
  • Tischplatte;
  • Bezugsstoff der Stühle;
  • Boden;
  • Glas- und Metallflächen;
  • vorhandene Akzentfarben.

Die Kunst soll diese Materialien nicht kopieren. Sie sollte aber auf deren Wirkung reagieren.

3. Bestimmen Sie die wichtigste Wand

Welche Fläche sehen Gäste beim Eintreten?

Welche Wand liegt hinter dem Konferenztisch?

Welche Fläche erscheint regelmässig im Hintergrund einer Videokonferenz?

Nicht jede freie Wand ist automatisch die richtige Kunstwand.

4. Prüfen Sie die Proportion

Ein kleines Bild kann über einem langen Tisch verloren wirken. Ein zu grosses Werk kann den Raum optisch zusammendrücken.

Vergleichen Sie deshalb ein Einzelwerk, ein Diptychon und ein Triptychon.

5. Begrenzen Sie die Auswahl

Eine kleine, klare Auswahl ist meist hilfreicher als ein grosser Katalog.

Zwei nachvollziehbare Richtungen genügen oft, um Farbe, Format und Raumwirkung zu beurteilen.

6. Nutzen Sie eine Raumvisualisierung

Eine Raumvisualisierung zeigt ungefähr, wie das Werk an der vorgesehenen Wand wirkt.

Sie hilft bei der Einschätzung von:

  • Grösse;
  • Position;
  • Proportion;
  • Farbwirkung;
  • Abstand zwischen mehreren Werken;
  • Beziehung zu Tisch und Stühlen.

Sie ersetzt keine reale Materialbemusterung. Sie reduziert aber die Unsicherheit vor der Entscheidung.

Quiet Earth als mögliche Bildwelt

Die Kollektion Quiet Earth von Bunter Fine Art verbindet warme Weiss-, Stein-, Sand- und Erdtöne mit handgearbeiteten Oberflächen und ruhigen Kompositionen.

Diese Farb- und Materialwelt kann besonders gut mit Glas, Beton, weissem Verputz, Holz und dunklen Metallprofilen zusammenarbeiten.

Die Werke werden als Einzelwerk, Diptychon und Triptychon gedacht. Dadurch kann die Zusammenstellung auf Wandbreite, Tischproportion und gewünschte Raumwirkung abgestimmt werden.

Wenn zusätzlich die Raumakustik eine Rolle spielt

Ein Besprechungsraum mit viel Glas, Beton und anderen harten Oberflächen kann zusätzlich einen akustischen Handlungsbedarf besitzen.

Dieser Punkt sollte getrennt von der reinen Bildauswahl betrachtet werden. Ein gewöhnliches Originalgemälde ist keine technische Akustiklösung.

Bei einem nachgewiesenen funktionalen Bedarf kann geprüft werden, ob eine geeignete Bildwelt über Resone Acoustic als textile Acoustic Edition in einem qualifizierten Akustiksystem umgesetzt werden kann. Weitere Informationen zur akustischen Anwendung finden Sie bei Resone Acoustic.

Fazit

Ein moderner Besprechungsraum braucht nicht möglichst viele Gestaltungselemente. Er braucht eine klare Beziehung zwischen Architektur, Materialien und Bildwelt.

Glas, Beton und hochwertige Möbel schaffen eine präzise Grundlage. Kuratierte Kunst kann Wärme, Identität und einen visuellen Mittelpunkt ergänzen.

Entscheidend ist nicht, eine leere Wand möglichst schnell zu füllen. Entscheidend ist, ein Werk oder eine Werkgruppe zu wählen, die den Raum zusammenhält.

Lassen Sie uns Ihren Besprechungsraum betrachten

Sie planen einen modernen Besprechungsraum oder möchten einen bestehenden Raum gestalterisch weiterentwickeln?

Senden Sie mir einige Raumfotos, die ungefähren Wandmasse sowie Informationen zu Tisch, Stühlen, Materialien und gewünschter Wirkung. Gemeinsam können wir prüfen, welche Arbeiten aus Quiet Earth passen und ob ein Einzelwerk, Diptychon, Triptychon oder eine Raumvisualisierung sinnvoll ist.